Das Wirbelixprogramm (Wirbelix-ABC und 1x1) besteht aus 26 Übungen zu den Buchstaben A - Z und 12 Übungen zu den Zahlen 1 - 12. Die Übungen werden zu einer Programmmusik geturnt. Reime geben die Bewegung vor.
Die Buchstaben und Zahlen werden hintereinander oder nach freiem Ermessen der KindergartenpädagogInnen erlernt. Täglich 2 - 4 neue Übungen und das Wiederholen einiger bereits gekonnter Bewegungen bringt einen Bewegungsumfang von 10 - 20 min.
In den einzelnen Altersgruppen kann zwischen einfachen Übungen für die jüngsten Kinder und anspruchsvolleren Übungen für die älteren Kinder unterschieden werden. Gruppenspezifische Jahresziele können ausgesucht und mit eigenen Musik-Kurzprogrammen geübt werden.
Innerhalb eines Jahres sollte das Kind seinen Wirbelix-Trainingspass erhalten. Darin sind seine Lieblingsübungen angeführt und Übungen, die weiter geübt werden sollten. Vor dem Übergang in die Volksschule (ev. bei einer Aufführung vor den Eltern) erhalten die Kinder das Wirbelix-Buch mit CD für das Üben zu Hause.
Bei Volksschulkindern sind die Schwerpunkte der Gesundheitsförderung durch Bewegung vorrangig die Verbesserung der Grundmotorik und der Koordination, das Erlernen von gezielten Bewegungsübungen (für Kraftaufbau, Beweglichkeit usw.), die Entwicklung eines Haltungsbewusstseins und die Gewöhnung an ein regelmäßiges Bewegungstraining.
Außerdem sollte bereits kontrolliert werden, ob die Grundmotorik des Kindes dem Entwicklungsstand entspricht und ob Gesundheitsrisiken bestehen (Haltungsschwächen, Übergewicht usw.). Dementsprechend sollten individuelle Bewegungsprogramme eingesetzt werden.
Der allgemeine Bewegungsbereich kann durch die Programme Wirbelix und KIWI abgedeckt werden.
Zur Kontrolle des Haltungs- und Koordinationsstatus können der Wirbelix-Trainingspass, der KIWI -Check, das Haltungs- und Koordinationsscreening herangezogen werden. Daraus ergeben sich entweder Schwerpunkt- oder individuelle Bewegungsprogramme.
Durch Übergabe der Medien von Wirbelix und KIWI an die Kinder/Eltern kann auch das Üben zu Hause unterstützt werden.
Ab der Grundschule werden für alle Schulstufen zur Optimierung des Trainingserfolges mehrjährige Projekte, eine Erhöhung der Bewegungsstundenanzahl, jährliche Zielvorgaben und regelmäßige Trainingseinheiten sowie Integration externer Trainer vorgeschlagen.
Unterstufe
Der Altersbereich zwischen 10 und ca 15 Jahren ist sowohl in der Persönlichkeitsstruktur als auch in der motorischen Entwicklung der Kinder eine Übergangsphase.
In der Vorpubertät kommt es zur Ausprägung der Körperstruktur und Körperhaltung und durch das Längen- und teilweise auch Breitenwachstum zu Veränderungen bei Haltung, Wirbelsäule und Knochendichte. Die Gesundheitsvorsorge betrifft daher besonders die Kontrolle der Wirbelsäule, den gezielten Kraftaufbau besonders auch der Mädchen (Osteoporoseprophylaxe), ein allgemeines Ausdauertraining und die Erarbeitung eigener persönlicher Trainingsprogramme.
Das Trainingsprogramm ist modular aufgebaut: Verschieden intensive Aufwärmübungen werden kombiniert mit allgemeinem Krafttraining, Dehnen und Beweglichkeitsschulung und Schwungübungen für den Schultergürtel.
Dazu kommen Schwerpunktprogramme gegen Skoliosierung, Haltungsverfall, Rundrücken, Vorgezogenen Schultergürtel.
Die Muskelfunktionstests sollten jährlich durchgeführt werden, Haltungs- und Koordinationsscreening in der ersten und in der vierten Schulstufe bzw. nach Bedarf auch öfter.
Für jeden Jugendlichen sollte ein individuelles Bewegungsprogramm erstellt werden.
Wie auch schon für die Volkssschulen werden zur Optimierung des Trainingserfolges mehrjährige Projekte, eine Erhöhung der Bewegungsstundenanzahl, jährliche Zielvorgaben und regelmäßige Trainingseinheiten sowie Integration externer Trainer vorgeschlagen.
Eine Möglichkeit Haltung und individuelles Übung Kindern und Jugendlichen zugänglich zu machen, ist die Voraussetzungen zu schaffen, die zu dieser Arbeitsweise anregen.
Eine Haltungswerkstatt kann im Turnsaal aufgebaut werden - Trainingsgeräte, Video, Teststationen - je nach Bedarf oder Trainingsplan kann frei trainiert werden, Lehrer/Trainer sind Berater und Helfer.
Schüler können sich bei den Übungen selbst filmen, ihren Fortschritt dokumentieren und im Informatikunterricht mit den Software Programmen arbeiten.
Bei den 15 - 19 jährigen SchülerInnen ist die körperliche Entwicklung fast abgeschlossen. Ähnlich wie bei den Erwachsenen haben mehr als die Hälfte der SchülerInnen deutliche Wirbelsäulen- bzw. Haltungsprobleme, viele klagen über Hals-und Nackenverspannungen und haben bei längerem Sitzen Rückenbeschwerden.
Auf Grund eigener Beschwerden sind fast alle SchülerInnen an einem Präventivprogramm interessiert, ebenso an Ausgleichsübungen gegen Verspannungen usw. Anstrengende Trainingsprogramme treffen dagegen auf weniger Begeisterung.
Das Bewegungskonzept für diese Altersgruppe beinhaltet ein allgemeines dynamisches Trainingsprogramm (COOL sChOOL) und ein Präventivprogramm (Rücken-Stücke).
Schwerpunktprogramme und individuelle Programme nach dem Videoscreening vervollständigen die Bewegungsvorsorge.
Auch hier werden zur Optimierung des Trainingserfolges mehrjährige Projekte, eine Erhöhung der Bewegungsstundenanzahl, jährliche Zielvorgaben und regelmäßige Trainingseinheiten sowie Integration externer Trainer vorgeschlagen.
Musikschulen
Beim Spielen eines Instruments müssen bestimmte Haltungen eingenommen werden. Da diese Positionen sowohl beim Üben als auch bei Vorführungen mehrere Stunden lang beibehalten werden, stellt dies besondere Anforderungen an den Körper.
Ungünstige Körperhaltungen führen zu Verspannungen und Schmerzen und letztlich zu einer schlechteren Performance bzw. erzwingen eine Unterbrechung des Übens.
Geklärt werden sollte, ob grundsätzlich eine ungünstige Körperhaltung vorliegt, die durch die Spielhaltung noch verstärkt wird.
Daraus können allgemeine Aufbauprogramme, Ausgleichsübungen sowie Entspannungstechniken vorgeschlagen werden.
Beim Vergleich der Gewohnheitshaltung mit der Spielhaltung können Haltungs-Korrekturen vorgeschlagen werden, die sowohl die musikalischen Leistungen verbessern als auch eine höhere Übungsintensität erlauben und zu geringeren Verspannungen führen.
Berufsschule
Bei den 15- bis 19-jährigen SchülerInnen ist die körperliche Entwicklung fast abgeschlossen. Ähnlich wie bei den Erwachsenen haben mehr als die Hälfte der SchülerInnen deutliche Wirbelsäulen- bzw. Haltungsprobleme, viele klagen über Hals-und Nackenverspannungen und haben bei längerem Sitzen oder bei der Arbeit Rückenbeschwerden.
Das Bewegungskonzept beinhaltet ein allgemeines dynamisches Trainingsprogramm (COOL sChOOL) und ein Präventivprogramm (Rücken-Stücke).
Da für viele Berufe die körperlichen Voraussetzungen fehlen (z.B. Kraft bei Krankenpflegerinnen), wird auch auf den Kraftaufbau Wert gelegt.
Schwerpunktprogramme und individuelle Programme nach dem Videoscreening vervollständigen die Bewegungsvorsorge.
Die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen bestehen aus einer Arbeitsplatzanalyse und einer Analyse der Arbeitshaltung oder der Arbeitsbewegungen. In Verbindung mit dem Wirbelsäulenscreening kann eine individuelle Vorsorge erreicht werden.
Notwendig ist weiters eine arbeitsspezifische Rückenschule, die die allgemeinen Arbeitsbedingungen berücksichtigt.
Sportschulen
Der Besuch einer Sportschule bedingt, dass die SchülerInnen wöchentlich 6 - 8 Stunden trainieren und zusätzlich an Wochenenden an Wettkämpfen teilnehmen. Da alle Teilnehmer sowohl orthopädisch als auch sportärztlich regelmäßig untersucht werden, kann davon ausgegangen werden, dass die SchülerInnen sehr gut betreut sind.
Trotzdem finden wir unberücksichtigte Haltungs- und Wirbelsäulenprobleme bei jugendlichen Sportlern, Schmerzen beim Training und unausgewogene Kraftverhältnisse (z.B. gute Beinmuskulatur bei vernachlässigter Rückenmuskulatur).
Besonders die Trainingsbelastung wird von den SportschülerInnen oft unterschätzt, da nicht berücksichtigt wird, dass bei längeren Trainingsserien die Bewegungstechnik schlechter wird und damit die Gelenksbelastung stark ansteigen kann.
Vorgeschlagen wird ein jährliches Haltungsscreening, dazu eine Trainingsanalyse, sowie die Wettkampfanalyse der sportlichen Technik.
Die dabei ermittelten Ergebnisse sollten in die Trainingspläne integriert werden.
Stadt- und Gemeindeprojekte
Städte und Gemeinden bieten häufig Gesundheitsprojekte für ihre Bürger - Kinder und Jugendliche, Arbeiter und Angestellte sowie Senioren an. Sie stellen die Infrastruktur - Sportplätze, Bäder, Freizeitanlagen - zur Verfügung, subventionieren Vereine und legen Wert darauf, dass besonders die älteren Menschen möglichst lange aktiv und unabhängig sind.
Gesundheitsförderung durch Bewegung kann in Städten und Gemeinden erfolgen, indem die Einschulung von KindergärtnerInnen, LehrerInnen, Trainern und SeniorenbetreuerInnen übernommen und die entsprechenden Bewegungsprogramme initiiert werden.
Als Vorsorgeinitiativen können Screening- und Trainingsteams aufgebaut werden, die in Kindergärten, Schulen, Betrieben, Vereinen usw. Bewegungsprogramme anbieten können und durch fachlich geschulte Screening-Teams die Qualität der Bewegungsvorsorge erhöhen.
Im Tourismusbereich kann das Angebot von gesundheitsfördernden Bewegungsprogrammen zur Imageverbesserung beitragen.
Service-Projekte
Beispiel für ein Service-Projekt ist die Initiative der Kiwanis-Clubs Österreich. Unter der Führung des KC Graz haben sich seit 2006 Kiwanis Partner Clubs zusammengeschlossen, um das Projekt „Kinder in Bewegung“ zu fördern. Über Charity-Veranstaltungen wurden die finanziellen Mittel bereitgestellt, um das Wirbelix-Programm an Kindergärten und Volksschulen weiterzugeben. Zuerst wurden Medien erstellt und an Kindergärten verteilt, danach Workshops für Kindergärtnerinnen und VolksschullehrerInnen finanziert. Außerdem haben Kiwanier Kindergärten, Schulen, Gemeinden und Städte kontaktiert, um das Vorsorgeprogramm umzusetzen. In der Steiermark und in Kärnten ist damit an fast 500 Standorten das Wirbelix-Bewegungsprogramm als Vorsorgeaktion im Einsatz.
Zum 40-Jahr-Jubiläum des KC Graz wurde ein Demo-Video erstellt, das Einsicht in das Bewegungsprogramm gibt. Die Marionette Wirbelix, geführt und gestaltet von Werner Hierzer (Marionettentheater Schloss Schönbrunn), begleitet die Kinder beim Wirbelixturnen.
Unter dem Motto „Wir bauen den Kindern eine Brücke in die Zukunft“ haben Kiwanier somit einen Beitrag zur Gesundheitsförderung der Kinder geleistet.
Der Kiwanis World President überreichte im Mai den Stainzer Kindergartenkindern nach ihrer Wirbelix-Vorführung die Checks.
Familienhotels
Gesundheitshotels, Kinder- und Familienhotels
bieten vielfach Bewegungs- und Sportprogramme für die verschiedenen Altersstufen an.
Die Family Austria - Hotels und Apartments bieten seit 2007 als gesunden Familienurlaub eine Kombination aus gesunder Bewegung und gesunder Ernährung besonders für Kinder an.
Mit Wirbelix - „gesunde Bewegung macht Spaß“ und Freddy Fit - „Gesunde Ernährung ist kinderleicht“ werden zwei wichtige Vorsorgebereiche den Kindern nahe gebracht.
Mit einer Einschulung aller KinderbetreuerInnen und regelmäßigen Nachschulungen wird die Qualität des Bewegungstrainings gehalten. Mehrmaliges Wirbelix-Turnen in der Urlaubswoche, ein Wirbelix-Check zur Überprüfung des Könnensstandes und die Mitgabe des Booklets mit den Übungen sowie der Musik-CD sichern auch in den Nachurlaubswochen ein regelmäßiges Bewegungsprogramm.
In Tourismusgegenden kann das Angebot von gesundheitsfördernden Bewegungsprogrammen zur Imageverbesserung beitragen.