wirbelix        Grazer Rückenschule - Steirische Gesellschaft für Wirbelsäulenforschung

 

Bewegungsanalysen und Motodiagnostik

Rueckenschule

Um die Haltung oder das Bewegungsverhalten einer Person erkennen und interpretieren zu können, muss man zunächst „sehen“ lernen. Der erste Schritt einer Bewegungsanalyse ist daher das „Sich-Einsehen“ des Lehrers, Trainers oder Therapeuten in verschiedene Bewegungsabläufe. Dies wird erleichtert z.B. durch Videofilme, die es ermöglichen, einen Bewegungsablauf wiederholt und in verschiedenen Geschwindigkeiten zu betrachten.

Als nächstes wird auf Auffälligkeiten in Haltung und Bewegung geachtet, und diese werden interpretiert (Motodiagnostik). Softwareprogramme unterstützen diese Arbeitsschritte. Auffälligkeiten und Beurteilungen können dokumentiert werden und stehen für Kontrollen zu Verfügung.

Nach der Interpretation von Haltung und Bewegung werden Vorschläge erstellt, wie durch Bewegungsübungen (Wirbel-Med usw.) eine Verbesserung von Haltung und Bewegung erreicht werden kann. Ob ein Kind bereit ist, Übungen konsequent auszuführen, hängt auch mit seiner Bereitschaft zusammen, sich mit dem Haltungsproblem auseinander zu setzen. Dabei ist die Videodarstellung eine große Hilfe - das Kind kann sich mit seinem Körperabbild leichter identifizieren.

Eine genaue Bewegungsanalyse ist die Ausgangsbasis sowohl für eine längerfristige Betreuung mit Erfolgskontrollen als auch für statistische Analysen bei Projekten oder zur Dokumentation von Haltungsproblemen.

 


Checks und motorische Tests

Wirbelix-Trainings-Pass

Nach dem Erlernen der Wirbelix-Übungen bekommt das Kind - im Kindergarten oder in der Volksschule - einen ersten Leistungsnachweis: den Wirbelix-Trainingspass. Auf dem Deckblatt sind Bild und Namen des Kindes, auf der Innenseite - im Wirbelix-Album - sollen einige Bilder seiner Wirbelix-Übungen das Kind mit seinem Bewegungsverhalten vertraut machen. Dann folgen auf den nächsten Seiten 16 Wirbelix-Übungen (Haltung, Kraft, Beweglichkeit, Koordination, Ausdauer und Kooperation) die als gekonnt, noch zu üben oder noch nicht gelernt gestempelt werden können. Die vorletzte Seite gilt dem persönlichen Wirbelix-Trainingsplan: Nach dem Namen des Kindes werden seine Lieblingsübungen eingetragen, die es selbst auswählen darf und die seine Bereitschaft zu turnen unterstützen sollen. Es folgen ein paar Trainingsübungen für zu Hause. Damit hat das Kind bereits ein erstes individuelles Bewegungsprogramm.

Die Wirbelix-Trainerin unterschreibt den Trainingspass, der auch offiziell von der Kindergartenleiterin, dem Bürgermeister usw. überreicht werden kann. Auf der Rückseite kann das Logo des Kindergartens oder der Volksschule aufscheinen.

 

KIWI-Check

Nach dem Erlernen der KIWI-Übungen, bzw. wenn das Kind das KIWI-Programm turnen kann, bekommt es in der Volksschule den nächsten Leistungsnachweis: den KIWI-Check. Zum Unterschied zum Wirbelix-Trainingspass sind es hier nur 9 Übungen: Die neun kleinen Österreicher. Ziel ist, dass diese Übungen bereits genau geturnt werden. Außerdem ergeben sie ein 8:20 min Kurzprogramm. Die Zusammenstellung beinhaltet eine Koordinationsübung, eine Dehnübung, 5 Kraftübungen, eine Beweglichkeitsübung und eine Fußübung mit Haltungsaufbau. Der Schwerpunkt liegt auf dem Kraftaufbau.

Die erste Seite mit dem Bild und dem Namen des Kindes bringt die Identifikation, auf 2 Innenseiten folgen die 9 Übungen zur Bewertung, dann im KIWI-Album einige Bilder vom KIWI-Training. Zwei Seiten können für Schwerpunktprogramme benutzt werden.
Die vorletzte Seite gilt dem KIWI-Trainingsplan: Er startet mit dem Namen des Kindes und seinen Lieblingsübungen, die es selbst auswählen darf und mit denen seine Bereitschaft zu turnen unterstützt werden soll. Es folgen die Trainingsübungen für zu Hause. Damit hat das Kind bereits ein erstes individuelles Bewegungsprogramm.

Der / die Wirbelix-TrainerIn / LehrerIn unterschreibt denTrainingspass, der auch offiziell von der Schuldirektorin, dem Bürgermeister usw. überreicht werden kann. Auf der Rückseite kann das Logo der Volksschule/des Vereins etc. aufscheinen.

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Motorischer Funktionstest

Für die Erfassung von Kraft, Muskelverkürzung, Beweglichkeit und Ausdauer verwenden wir den folgenden Test:

  • Kraft: Sit-ups, Flachkraulen (Rücken-Arme),
  • Beinschlag (Gesäß/Beine), Liegestütz
  • Sprungkraft/Kraftausdauer: Beidbeinige Sprungserie
  • Beweglichkeit: Finger-Boden-Abstand in cm
  • Muskelverkürzung: Brustmuskulatur, Oberschenkel-Vorderseite und Rückseite, Lenden-Darmbeinmuskel, Wadenmuskel.

Die Kraft- und Kraftausdauerübungen werden bis zur Ausbelastung durchgeführt, das Tempo wird vorgegeben und die Wiederholungsanzahl gezählt. Die Muskelverkürzungen werden gewertet.

  

Koordinations-Screening

Beim Koordinations-Screening werden 6 Übungen der Grundmotorik - Gehen, Laufen, Einbeinstehen, Einbeinspringen, Seitspringen und Hampelmann - über Video aufgezeichnet und ausgewertet.
Die Zusammenstellung der Übungen gibt einen guten Überblick über den Entwicklungsstatus des Kindes: ob die einzelnen Bewegungen sportlich ausgeprägt sind, ob kleine Koordinationsfehler auftreten oder ob Koordinationsschwächen oder -störungen zu finden sind.
Je nach Koordinationsstatus können Bewegungen gefördert, geübt oder korrigiert werden.
Die Testübungen zeigen Haltung und Bewegung des Kindes beim Gehen, die Dynamik beim Laufen, die Gleichgewichtsfähigkeit beim Einbeinstehen, das dynamische Gleichgewicht beim Einbeinspringen und die beidbeinigen Sprungvarianten Seitspringen und Hampelmann.
Das Softwareprogramm co.a.s ermöglicht Auswertung und Dokumentation des Koordinationsstatus.

Da die Koordinationsentwicklung großteils bereits im Grundschulalter abgeschlossen ist, sollte spätestens am Anfang der Grundschule die Koordinationsfähigkeit kontrolliert bzw. mit dem Koordinationstraining begonnen werden.

video Videos:

Koordinations-Screening
Dateiformat: wmv, Größe: 0,6 MB

Einbeinstehen rechts 
Dateiformat: wmv, Größe: 0,1 MB

Einbeinstehen links 
Dateiformat: wmv, Größe: 0,2 MB

Koordination - Seitspringen 
Dateiformat: wmv, Größe: 0,4 MB

Koordination - Hampelmann 
Dateiformat: wmv, Größe: 0,4 MB

Haltungs-Screening

Beim Haltungs-Screening werden die Standbilder (ev. Panoramaaufnahme), die Seit- und Vorbeugebewegungen und der Gang mit Video aufgezeichnet. Vorweg erfolgt eine klinische Untersuchung und die Markierung der Wirbelsäule durch Leuchtmarker. Bei der Auswertung (Software s.a.s|h) werden Bilder oder Kurzfilme gespeichert und die einzelnen Positionen nach einem Vorgabemenü bewertet. Nach der Interpretation erfolgen die Auswahl der Bewegungsvorschläge sowie der Ausdruck der Funktionsanalyse und des Bewegungsprogramms.

Mit Kind und Eltern werden an Hand der Videoaufzeichnungen bzw. Auswertungen die Ergebnisse besprochen. Das Kind/der Jugendliche wird danach in die Bewegungsübungen eingeschult. Nach 2-3 Wochen/Monaten erfolgt eine erste Kontrolle der Bewegungsausführung, ev. mit Modifikation des Bewegungsprogramms und danach halbjährlich bis jährlich eine Kontrolle von Haltung, Funktion und Gang (Haltungsscreening). Weitere Vorgangsweise oder zusätzliche Maßnahmen werden geplant.

video Videos:

Haltungs-Screening Schule
Dateiformat: wmv, Größe: 1,9 MB

Haltungs-Screening Rumpfbeuge
Dateiformat: wmv, Größe: 0,6 MB

Seitneigen rechts - links 
Dateiformat: wmv, Größe: 1,6MB

Vorbeugen von der Seite 
Dateiformat: wmv, Größe: 0,3 MB

Gang von hinten 
Dateiformat: wmv, Größe: 0,2 MB

Wirbelsäulen-Screening

Beim Wirbelsäulen-Screening werden die Standbilder, die Seit- und Vorbeugebewegungen und der Gang mit Video aufgezeichnet. Vorweg erfolgt eine klinische Untersuchung und die Markierung der Wirbelsäule durch reflektierende Klebepunkte.
Bei der Auswertung (Software s.a.s) werden Bilder oder Kurzfilme gespeichert und die einzelnen Positionen nach einem Vorgabemenü bewertet. Nach der Interpretation erfolgt die Auswahl der Bewegungsvorschläge und der Ausdruck der Funktionsanalyse und des Bewegungsprogramms.
Die Ergebnisse werden an Hand der Videoaufzeichnungen bzw. Auswertungen mit den gescreenten Personen besprochen. Danach erfolgt die Einschulung in die Bewegungsübungen.
Nach 2-3 Wochen wird eine erste Kontrolle der Bewegungsausführung vorgeschlagen, ev. mit Modifikation des Bewegungsprogramms, 3 Monate bis 1 Jahr danach ein weiteres Videoscreening, bei dem die weitere Vorgangsweise oder zusätzliche Maßnahmen geplant werden.

video Video:

Wirbelsäulen-Screening
Dateiformat: wmv, Größe: 15,4 MB

Arbeitsplatzanalyse

Arbeitsplatzanalysen wurden früher vorwiegend bei anstrengenden Hebevorgängen durchgeführt. Bauarbeiter, Gießer, Fleischhauer, Maler (über Kopf arbeiten), Pflasterer usw. wurden bei der Arbeit aufgezeichnet, Wirbelsäulenbelastungen berechnet und Technikvorschläge bzw. Belastungsnormen vorgegeben. Bei Hebeeinschulungen konnte gezeigt werden, dass mit einer guten Technik die Wirbelsäulenbelastung im Vergleich  zur „reißerischen“ Hebetechnik bis auf ein Drittel zurückgehen kann.

Ebenso wichtig wie die schwergewichtigen Fragestellungen sind Arbeitshaltungen bei bestimmten Berufen (Bauarbeiter, Automechaniker, Zahnarzt, Frisör, Kellner...) oder Tätigkeiten (Computerarbeit, Musizieren, Haushalt ...) usw. In der individuellen Betreuung von Einzelpersonen, die an ihrem Arbeitsplatz Schmerzen haben, gibt die Arbeitsplatzanalyse Auskunft über mögliche Ursachen.

Für die Rückenschule dienen Beispiele aus der Arbeitsplatzanalyse zur Demonstration der Bedeutung von Wirbelsäulenhaltung und -Bewegung zur Vermeidung von Rückenbeschwerden.

 

Ganganalyse

Die Ganganalyse folgt grundsätzlich dem in der Biomechanik gebräuchlichem Schema: Film-, Video- oder elektronische Aufzeichnungen des Gangs von der Seite mit Erhebung von Kraftkurven usw. Dazu kommt die Aufzeichnung der Bewegung der Wirbelsäule beim Gehen und die Zuordnung der Wirbelsäulenschwingung zur Gangphase.

Beckenbewegung und Schwingungsverhalten der Wirbelsäule gelten als wichtige Parameter zur Beurteilung des Gehens.

Bewegungsanalyse im Sport

Bei den Bewegungsanalysen im Sport interessieren die Zusammenhänge zwischen Bewegungstechniken und Wirbelsäulenbewegung bzw. Wirbelsäulenbelastung.
In einigen Sportarten (z.B. Gewichtheben, Krafttraining, rhythmische Sportgymnastik, Tennis, Golf...) können ungünstige Wirbelsäulenbelastungen auftreten. In den meisten Fällen kann durch geringe Variation der Haltung und der Bewegungstechnik eine Verringerung der Wirbelsäulenbelastung erreicht werden. Beispielsweise kann - ganz allgemein - durch bessere Stabilisierung der Wirbelsäule und neutrale Wirbelsäulenhaltung (Vermeidung extremer Hohlkreuzpositionen oder ruckartiger Drehbewegungen) die Belastung deutlich reduziert werden. Auch in Sportarten, die als „wirbelsäulenfreundlich“ gelten, können bestimmte Bewegungen zu Wirbelsäulenbeschwerden führen. Um diese zu vermeiden, bringt eine Aufzeichnung des Bewegungsablaufs unter Einbeziehung der Wirbelsäulenbewegung Klarheit.

 

Geräteaufbau für das Videoscreening

Für das Videoscreening werden Camcorder, Laptop, Stativ, Scheinwerfer und Rückwand benötigt. Für das Panorama-Screening zusätzlich eine Drehplatte. Der Laptop kann dabei sowohl als Auswerte-PC als auch als Vorschaumonitor bei der Videoaufnahme verwendet werden und als Monitor bei der Besprechung mit Kind oder Klienten dienen. Das Stativ sollte für die Adaptierung auf verschieden große Kinder / Erwachsene eine große Hubhöhe haben. Günstig sind Säulenstative mit der Möglichkeit, die Kamera ohne neue Justierung auf eine Höhe von 50 - 150 cm einzustellen. Für den mobilen Einsatz in Turnsälen und Fitnesscenters sind Klebefolien für die Fußpositionen zu empfehlen. Für den stationären Betrieb ist es günstig, wenn das Stativ mit der Kamera fix verankert, die Gangstrecke vormarkiert und ein Lichtband auf die Gangstrecke gerichtet ist.

20091109